Nachhaltige Produkte

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Was sind nachhaltige (Holz-)Produkte ?


Nachhaltigkeit ist ein stark abgenutzter Begriff, der leicht von jedem anders verstanden und genutzt wird.

Holzprodukte gelten im allgemeinen als nachhaltig weil bzw. sofern:

  • Holz CO2 bindet und damit speichern kann und
  • Das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt.

Dies greift jedoch insgesamt zu kurz, denn Nachhaltigkeit hat viele Aspekte. Daher hier nochmals kurz eine Reflektion.


(1) Die ursprüngliche Definition der UN-Weltkommission WCED:

Im Jahr 1983 gründeten die Vereinten Nationen die WCED (World Commission on Environment and Development). Der Bericht (Brundtland-Bericht) der Kommission von 1987 „Unsere gemeinsame Zukunft“ prägte die weltweite Debatte über Entwicklungs- und Umweltpolitik maßgeblich sowie den heutigen Begriff der nachhaltigen Entwicklung. Hierbei ging es primär um den schonenden Umgang mit Natur und Ressourcen.

Nachhaltigkeit wurde auch im Sinne zukünftiger Generationen verstanden. Es soll, so hieß es, darauf geachtet werden, sich so zu verhalten, dass „die Bedürfnisse heutiger Generationen befriedigt werden können, ohne die Chancen zukünftiger Generationen zu gefährden“. Der zentrale Ansatzpunkt hierfür ist aber der schonende Umgang mit den Ressourcen und mit der Umwelt. Die durch den Brundtlandt-Bericht der UN geprägte Definition nachhaltiger Entwicklung gilt heute als die ursprüngliche Definition von Nachhaltigkeit. Ihren Anfang nahm die Diskussion aber in der deutschen Forstwirtschaft.


(2) Das 3-Säulen-Modell.

Eine europäische Enquetekommission propagierte das heute oft verwendete 3-Säulenmodell der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie, Soziales.

Die Kommission definierte für das Leitbild nachhaltiger zukunftsverträglicher Entwicklung drei Dimensionen, die ökologische, die ökonomische und die soziale Dimension. Für die ökologische Dimension wurden dabei folgende Managementregeln der Nachhaltigkeit formuliert:

(a) Die Nutzung einer Ressource darf auf Dauer nicht größer sein als die Rate ihrer Erneuerung oder die Rate des Ersatzes ihrer Funktionen.

(b) Die Freisetzung von Stoffen darf auf Dauer nicht größer sein als die Tragfähigkeit bzw. Aufnahmefähigkeit der Umwelt.

(c) Gefahren und unvertretbare Risiken für Menschen und Umwelt sind zu vermeiden.

(d) Das Zeitmaß menschlicher Eingriffe in die Umwelt muss in einem ausgewogenem Verhältnis zu der Zeit stehen, welche die Umwelt zur Selbststabilisierung benötigt.

Einerseits wird hier die Nachhaltigkeit durch die Postulierung einer ökonomischen und einer sozialen Komponente vom ursprünglichen ökologischen Fokus separiert. Gleichzeitig zeigen aber auch die für die ökologische Dimension formulierten Regeln, dass Nachhaltigkeit von Holzprodukten mehr umfassen muss als die Speicherung von CO2 und nachhaltige Waldwirtschaft.


(3) Die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen

Heute werden im Sinne globaler Nachhaltigkeit zumeist die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen herangezogen. Diese beinhalten 17 verschiedene Ziele, wie die Grafik verdeutlicht.


UN Entwicklungsziele


Von diesen 17 Zielen sind bei der Betrachtung von Produkten verschiedene relevant und sollten bei umfassend nachhaltigen Produkten beachtet werden bzw. erfüllt sein. Im Hinblick auf (Holz-)Produkte bedeuten einige dieser Ziele folgendes:

Für die Nachhaltigkeit von Produkten relevante UN Entwicklungsziele


  • Graue Energie der Vorketten von Produkten
  • Klimaschutz in den Vorketten von Produkten
  • Schutz der Biodiversität in den Vorketten (an Land und im Wasser)
  • Wassereffizienz der Vorketten von Produkten
  • Resourceneffizienz der Vorketten von Produkten
  • Sozial Fair hergestellte Produkte
  • Gesunde Produkte


Das Low Carbon Timber toolkit und die Instrumente von HOLZ VON HIER berücksichtigen diese Aspekte direkt oder indirekt.


Inhalt: G. Bruckner und P. Strohmeier